Die Grundidee Solidarischer Landwirtschaft wird umfangreich auf der Seite des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft beleuchtet. Dabei ist jedes Solawiprojekt einzigartig und ein wenig anders strukturiert.

Für Solawi-Newbees hier ein paar kurze Erklärungen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben:

Eine Solawi erzeugt Gemüse (manche auch tierische Produkte) und verteilt die Ernte vollständig an die Teilnehmenden (ein Ernteanteil – meist für 2-4 Personen geeignet). Wird von 20 Ernteanteilen gesprochen, heißt das, die Ernte wird auf 20 Anteile verteilt. Die Teilnehmenden haben entweder einen Vertrag mit einem Betrieb oder eine Mitgliedschaft in einem Verein.
Dabei hat eine Solawi neben dem nahrungsmittelerzeugenden Aspekt immer eine politische Komponente. Es wird eine Alternative zu bestehenden Nahrungsmittelerzeugungs- und Vertriebskreisläufen geschaffen. Großer Logistikaufwand und Umweltbelastungen werden vermieden. Meist wird das Gemüse nach Bio-Standards erzeugt und ist dabei saisonal und regional.
Durch die Art und Weise der Gemüseerzeugung/Bodenbearbeitung wird der Boden erhalten und sogar verbessert. Kleine Landwirtschaftsbetriebe (unter 1 ha) bekommen keine Subventionen, was einige Solawis betrifft (leider uns auch). Es wird meist kein Gewinn erwirtschaftet, sondern immer knapp kalkuliert.
Ziel ist immer eine Vertrauensbasis zwischen Teilnehmenden und Produzierenden. Die einen produzieren leckeres erntefrische Biogemüse meist in Handarbeit und die anderen kaufen dieses und sichern mit ihrem monatlichen Beitrag die Existenz des erzeugenden Betriebes und federn Ernteausfälle mit ab (daher solidarisch).
Es gibt keinen Anspruch auf bestimmtes Gemüse, aber viele Solawis ermöglichen die Teilhabe an der Auswahl des Gemüses für das kommende Jahr. In der Regel wird einmal wöchentlich eine Gemüsekiste zum Selbstabholen an bestimmten Depots gepackt. Der Inhalt dieser Kiste variiert je nach Saison und Witterung sowohl mengenmäßig als auch sortenmäßig. In den Wintermonaten wird meist zweiwöchentlich verteilt. Die monatliche Preisspanne einer solchen „Mitgliedschaft“ beträgt im Umkreis Hannover/Hildesheim ca. 95 – 120 Euro.

Hier in Kürze ein paar Punkte, die der EngelsBlume besonders wichtig sind:

  • Bildung einer Gemeinschaft aus Produzierenden und Verbrauchenden leckeren Biogemüses und Aufbau einer Vertrauensbeziehung
  • gemeinschaftliche Finanzierung duch alle Teilnehmenden und Teilen der Ernte
  • keine Gewinnerzeugung und vollständige Transparenz über Budget und Anbaumethoden
  • Teilhabe an der Auswahl der anzubauenden Kulturen
  • gemeinschaftliches Tragen des wirtschaftlichen Risikos durch monatliche Beitragszahlungen und jährliche Vertragslaufzeit
  • Alternative zur konventionellen Landwirtschaft durch Erhalt und Förderung von Biodiversität
  • Bodenaufbau durch regenerative Landwirtschaft
  • regionales, unverpacktes Biogemüse
  • Toleranz und Weltoffenheit

Wie wollen wir das umsetzen?

Alle Teilnehmenden (Solawista) sind herzlich eingeladen, uns in der Gärtnerei zu besuchen und zu sehen, wie wir anbauen und arbeiten. Bei Interesse kann auch gern mitgeholfen werden. Einmal im Quartal planen wir einen freiwilligen Mitmachtag, bei dem sich die Solawista einbringen können. Dabei steht nicht die Erledigung landwirtschaftlicher Arbeit im Fokus sondern die Möglichkeit, etwas Interessantes zu lernen. Wir wollen die Bildung einer Sinngemeinschaft fördern, indem wir im Anschluss an jede Gemeinschaftsaktion einen kulinarisch und festlich geprägten sozialen Abschluss planen.

Wir bauen fast 60 verschiedene Gemüsesorten an. Wir haben schon im Vorlauf die Präferenzen der potentiellen Interessierten abgefragt und werden mindestens einmal jährlich per Umfrage ein Feedback zum Gemüse und unserer Solawi einholen und unser weiteres Vorgehen danach ausrichten. Unser jährlicher Wirtschaftsplan wird nach einem Wirtschaftsjahr online zur Einsicht stehen.

Es gibt pro Anteil wöchentlich eine Gemüsekiste (in der Winterzeit JAN-APR zweiwöchentlich). Das Gemüse darin ist am selbigen Tag geerntet. Frischer geht es nicht. Wir verteilen an zwei Tagen (DI + FR) in der Woche Gemüse. Dies wird vornehmlich in der Gärtnerei in einer vorgepackten Kiste selbst abgeholt. Das Gemüse wird in einer Pfandkiste ausgeliefert, die bei der Verteilung (leer gegen voll) ausgetauscht wird.

Die Solawista schließen einen befristeten Vertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr mit der EngelsBlume GbR ab. Es gibt eine Probezeit von 3 Monaten, in der der Vertrag zum jeweiligen Monatsende gekündigt werden kann. Nach Ablauf eines Jahres kann der Vertrag (ohne weitere Probezeit) um ein Jahr verlängert werden bzw. läuft ohne Kündigung automatisch aus. Der monatliche Beitrag beträgt 110 Euro. Für Interessierte mit begrenztem finanziellen Spielraum ist ist eine Kombination aus geringerem Monatsbeitrag und Mitarbeit in der Gärtnerei in Einzelabsprache möglich.

Wir sehen uns mit den Solawista als solidarische Gemeinschaft. Daher hat Rassismus, Fremdenhass und Diskriminierung jeglicher Art in unserer EngelsBlume keinen Platz.

Wir verstehen uns als Solawi in der Art der „community supported agriculture“ – der amerikanischen Ursprungsform alternativer Vermarktung und Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte. Daher sind wir kein Verein und haben keine Bieterrunden, sondern feste Beiträge, deren Eröhung einer Zustimmung der Solawista bedarf.
Wir sind uns bewußt, dass der monatliche Beitrag recht hoch ist. Aber die Produktion erntefrischen Biogemüses in Handarbeit kostet nun einmal mehr Geld, als subventionierte Raubbaulandwirtschaft.

Du findest das gut, was du hier gelesen hast? Du kannst dir vorstellen, mitzumachen oder hast weitere Fragen? Dann rauf aufs Kontaktformular und die Feder gespitzt!